Meine erste Live-Steam
Lok
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Spurweiten-Einstellung gemäß Skizze |
Entfernen Sie in den Aufnahmeschlitzen für die Zylindergruppe den Lack,
um die Zylindergruppe leichter montieren zu können; die Fertigungstoleranzen
sind sehr gering!
Kleben Sie mit einem Tropfen Alleskleber die Beilagscheiben an die
dazugehörigen Muttern, dann sind sie Ihnen bei der Montage nicht mehr
im Weg. Der Alleskleber löst sich wieder, wenn die Muttern angezogen
werden.
Bei meinem Bausatz war eines der Gewinde im Rahmen am oberen Ende ausgerissen, weshalb die zur Montage vorgesehene Schraube M2x4 in diesem Gewinde nicht mehr greifen konnte. Eine Schraube M2x7 beseitigte das Problem. Sie kann übrigens grundsätzlich zur Befestigung des Umlaufbleches benutzt werden, die Gewindetiefe reicht dafür aus.
Die Treibstangen sind bei der Lokomotive gekröpft, um die Kraft von
der Bewegungsebene des Arbeitskolbens auf die Räder zu übertragen,
ohne dass die Treibstange schräg läuft.
Bei meinem Bausatz war diese Kröpfung werksseitig nicht
sauber ausgeführt, vorsichtiges Nachbiegen nach Augenmaß war
nötig, damit die Enden der Treibstangen mit ihrer jeweiligen Bewegungsebene
fluchteten. (Vorsicht! Messing dieser Materialstärke ist recht
spröde!)
Um die Lok optisch noch etwas aufzuwerten, wurden die Treibstangen vor der Montage rot ausgelegt.
Treibstangen farblich ausgelegt |
Wenn das Fahrwerk und das Gestänge montiert und die Einstellarbeiten
gemäß Bauanleitung erledigt sind, sollten Antrieb und Fahrwerk
ausgiebig mit Druckluft getestet und etwas "eingefahren" werden. Vergessen
Sie nicht, ab und zu etwas säurefreies Öl (kein Dampföl!)
in die Druckluft-Leitung zu geben, damit die Maschine nicht trocken läuft
und in dieser Phase kein Malheur passiert!
Mein Modell setzte sich nach ungefähr 25 Minuten bereits
bei einem Druck deutlich unter 0,5 bar in Bewegung. Die Umsteuerung funktionierte
ebenfalls tadellos.
In dieser Erprobungsphase sollten Sie die Feineinstellung der Steuerung zur Leistungsoptimierung vornehmen und - falls sich doch eine Ungenauigkeit eingeschlichen hat - gnadenlos alle mechanischen Unzulänglichkeiten oder Undichtigkeiten im "Druckteil" der Lok beseitigen.
Das diffizilste Teil bei der Kesselmontage ist in meinen Augen der Wasserstand.
Dem Bausatz liegt ein Ersatz-Glasröhrchen bei, da das Risiko, dass es
bei der Montage zerbricht, recht groß ist.
Man kann den Bruch des Glasröhrchens jedoch leicht verhindern, indem
man zum Ausrichten der Wasserstandseckstücke einen 4mm-Bohrer oder -
noch besser - einen 4,2mm-Bohrer in diese steckt. Erst wenn der Bohrer nicht
mehr klemmt und die Eckstücke genau mit dem Bohrer fluchten, dürfte
dem Glasröhrchen (auch später beim Anheizen) nichts mehr passieren.
(Zumindest bei mir hat das so geklappt!)
Mancher Besitzer einer Regner-Lok beklagt sich darüber, dass der Wasserstand
wegen seines geringen Durchmessers nicht richtig anzeige. Ich zog in das
Glasröhrchen eine Ader einer Modellbahn-Kupferlitze ein
- und schon wurde der Wasserstand ausreichend genau angezeigt!
Das Gewinde des Dampfabsperrhahns, das in den Armaturenblock eingeschraubt
und mit einer Mutter gekontert werden soll, ist für meinen Geschmack
etwas zu kurz geraten, besonders wenn man bedenkt, dass eine Kupferdichtung
noch über das Gewinde kommen und zusätzlich mit Teflonband eingedichtet
werden soll.
Ich habe mir damit geholfen, dass ich die Kontermutter M5x0,5 um ca. 25-30%
dünner geschliffen habe. Dadurch gewinnt man mehr Gewindetiefe zum
Einschrauben des Dampfabsperrhahnes. (vgl.
Pfeil)
Der Pfeil markiert die |
Blasen Sie den Öler mit Druckluft durch und achten Sie dabei darauf, dass das Bohrloch in Richtung Rauchkammer nicht verstopft ist. Das Gewinde der Regulierschraube wird mit etwas Teflonband eingedichtet.
Es ist sinnvoll, den Brenner vor der Dampfleitung zu montieren,
da ansonsten die Dampfleitung bei der Brennermontage unter Umständen
im Weg ist.
Der Brenner und die Kesselrückwand sind gegenüber dem Modell, das
in der Bauanleitung (S. 8) abgebildet ist, konstruktiv geändert:
Auf die Kesselrückwand ist eine runde Passung aufgelötet, in die
der Brenner mit seinem entsprechenden Gegenstück eingesetzt werden muss.
(Pfeil 1)
Im Gegensatz zur Bauanleitung wird der Brenner mit einer für
die Praxis ungünstig positionieren Schraube M2x7
gesichert. (Pfeil
2)
Pfeil 1 zeigt auf das Passstück für die
Brenner-Aufnahme |
Bei meinem Modell hatte ich das Problem, dass die beiden Passstücke nicht maßhaltig waren und der Brenner sich erst nach mühevollem Nacharbeiten (Verringern des Umfangs des Passstücks am Brenner durch Schleifen und Entfernen der Farbe im Kessel) einführen ließ.
Die Überhitzerschlange ist werksseitig bereits vorgebogen, allerdings
erfordert sie einige Nachbiegearbeit, um in die Rauchkammer zu passen und
die Verbindung zwischen der Dampfleitung und dem Dampfnippel auf dem
Umsteuerventil herzustellen.
Hauptschwierigkeit dabei ist, dass die Überhitzerschlange beim Biegen
nicht bricht bzw. reißt oder dass durch Knicken der Rohrquerschnitt
zu stark verengt wird. Hier hilft nur bedächtiges Arbeiten.
Ursprünglich hatte ich einmal die folgende Vorgehensweise erwähnt:
Zwicken Sie zunächst von einem Schweißdraht (o.ä.) ein
Stück genau in der Länge der Überhitzerschlange ab. Diesen
Schweißdraht biegen Sie nun solange zurecht, bis er in die Rauchkammer
paßt und sauber fluchtend die Verbindung zwischen Dampfleitung und
Nippel hergestellt werden kann.
Mit Hilfe dieser Lehre aus Schweißdraht können Sie nun das Bauteil
relativ problemlos in die richtige Form biegen.
Um ein Brechen/Reißen der Rohrwand zu vermeiden, füllen Sie die
Überhitzerschlange mit feinem, trockenem Sand. Die Enden mit Klebeband
verschließen. Nach dem Biegen läßt sich der Sand recht leicht
wieder entfernen, allerdings ist gründliches Durchblasen des Rohres
mit Preßluft notwendig.
Es hat sich leider gezeigt, dass es manchmal doch nicht so einfach ist, den Sand wieder aus dem Rohr zu entfernen, manche Modellbauer konnten nur mit Hilfe eines Ultraschall-Reinigungsgerätes die Überhitzerschlange wieder frei bekommen.
Deswegen kann ich diese Methode nicht mehr uneingeschränkt empfehlen!
Ich bog mir zunächst einen kleinen Metallwinkel
(Pfeil 2) und schnitt ein Gewinde M3
in den Lok-Rahmen. Den Steuerservo fixierte ich dann am Rahmen durch simples
Anpressen mit einer Schraube M3 (Pfeil 1)
und dem den Servo an seiner freien Längsseite umschließenden
Winkel.
(vgl. Prinzip-Skizze)
Die "Anpressschraube" findet ein Lager in einer kleiner Ansenkung im o.g.
Winkel, damit ist der Servo ausreichend gegen Verrutschen gesichert.
Die Verbindung zwischen Servo und Steuerventil stellte ich mit zwei
Gabelköpfen mit Gewindelöthülsen und zwei in der Mitte
zusammengelöteten Steuerstangen mit Gewinde her.
Der Akku-Pack wurde mit 2 Schrauben M3 gesichert.
(Doppel-Pfeil 3)
Pfeil 1 zeigt auf die Klemmschraube für den
Servo |
Zur Verdeutlichung sind für das Foto glänzende, lange Flachkopf-Schrauben eingedreht. Tatsächlich benutze ich genau abgelängte Madenschrauben, die an den Sichtseiten rot lackiert sind, um das Erscheinungsbild des Rahmens nicht zu stören.
Prinzip-Skizze zum Servo-Einbau |
Für Einsteiger in das Live-Steam Vergnügen gebe ich hier eine etwas ausführlichere Anleitung:
Bocken Sie Ihre Maschine z. B. auf zwei Holzklötzchen auf. Wer hat, kann natürlich auch einen Rollenprüfstand benutzen.
Ölen Sie zunächst alle beweglichen Teile mit säurefreiem Maschinenöl ab.
Danach befüllen Sie den Öler mit Heißdampföl. Aber
Vorsicht! Den Öler auf gar keinen Fall bis zum Rand füllen! Der
Ölspiegel sollte gerade bis an den Absperrhahn reichen! Wenn Sie zu
viel Öl eingefüllt haben, gelangt wegen des fehlenden Kondensations-
Raumes im Öler kein Öl in die Dampfleitung, die Maschine läuft
trocken und Sie können sich die Zylinder-/Kolbeneinheit
ruinieren!
Das Handrad, das die Heißdampfölmenge reguliert, öffnen Sie
ungefähr drei Umdrehungen, eher mehr. Es ist besser, die Lokomotive
läuft zu fett, als zu mager!
Achtung! Nach spätestens vier (am Anfang besser drei) Fahrten
kontrollieren, ob Heißdampföl nachgefüllt werden muß.
Vor dem erneuten Befüllen zunächst durch Öffnen der Ablassschraube
das Kondensat ablaufen lassen!
Befüllen Sie dann den Kessel mit ungefähr 150 ml destillierten Wassers. Achten Sie dabei darauf, dass Sie "richtiges" destilliertes Wasser für Laborzwecke benutzen und nicht das z. B. in Baumärkten erhältliche, sogenannte destillierte Wasser, das nicht wirklich destilliert, sondern nur entmineralisiert nach DIN und gegenüber manchen Metallen sehr aggressiv ist.
Falls Sie
auf nach DIN entmineralisiertes Wasser angewiesen sind, sollten Sie
es - laut Herrn Regner - mit 5% Leitungswasser verschneiden.
Wer irgendwo einen Luftentfeuchter stehen hat, kann auch das dort gebildete
Kondenswasser verwenden, falls es nicht von der Raumluft zu sehr verunreinigt
ist.
Sehr gut geeignet ist in jedem Fall fein(!) gefiltertes Regenwasser als Speisewasser. Geeignete Filtersysteme kann man im Aquarienbedarf erwerben.
Danach befüllen Sie den Gastank mit Butan - so empfiehlt es der Hersteller.
Es geht aber auch sehr gut eine Mischung aus 30% Propan und 70% Butan. Der
Vorteil der Mischung ist, dass man auch bei warmem Wetter oder nicht ganz
kalter Lokomotive den Gastank noch ganz gut befüllen kann, nachteilig
wirkt sich jedoch aus, dass durch den höheren Gasdruck der Gasbrenner
nicht mehr so feinfühlig zu regeln geht.
Übrigens: auch Herr Regner fährt nicht immer reines Butan,
sondern ebenfalls durchaus Mischung.
Danach drehen Sie den Gashahn leicht auf, zünden das Gas am Kamin, mit
einem "Plop" schlägt die Flamme in den Brenner zurück, Sie hören
ein Rauschen, es steigt Wärme aus dem Kamin - die Lok wird angeheizt.
Die Flamme darf dabei nicht in der Rauchkammer brennen, d. h. wenn Sie
in den Kamin schauen, dürfen Sie keine Flamme sehen.
Stechender Geruch aus dem Kamin ist ein Zeichen dafür, dass der Brenner
nicht gezündet hat.
Sollte der Brenner nicht richtig arbeiten, Gas abdrehen und Zündvorgang
wiederholen. Möglicherweise hatten Sie den Gashahn zu weit geöffnet.
Auch hier gilt: Übung macht den Meister.
Möglicherweise müssen Sie aber auch den Brenner etwas aus dem Flammrohr
oder aber die Düse etwas aus dem Brenner ziehen, das heißt den
"Brennort" verändern. Hier hilft leider nur Ausprobieren.
Nach ca. 5 Minuten sollte die Lok genügend Dampf entwickelt haben und
sich nach dem Öffnen des Dampfabsperrhahns in Bewegung setzen. Lassen
Sie die Maschine "rund", aber nicht zu schnell laufen. Wenn das Sicherheitsventil
abbläst, können Sie die Gaszufuhr etwas zurücknehmen.
Vorsicht! Wenn die Maschine anläuft, "spuckt" sie in der Regel in
den Zylindern kondensiertes Wasser aus dem Kamin! Dieses "Spucken" sollte
nach einigen Kolbenhüben (nach ca. 1 Meter Fahrt) aufhören.
Falls die Lokomotive jedoch weiterhin Wasser aus dem Kamin schleudert, bedeutet
dies, dass der Dampf zu kalt (nass) ist, und Sie müssen an der
Überhitzerschlange etwas nacharbeiten: Biegen Sie das Bauteil vorsichtig
mehr vor das Flammrohr des Kessels, der Dampf wird dadurch heißer
(trockener) und die Maschine hört auf zu "spucken".
Durch Ausprobieren ist es mir bei meiner "FRIEDA" gelungen,
das "Spucken" einerseits abzustellen und den Dampf andererseits so zu
temperieren, dass die Lokomotive auch in geschlossenen Räumen noch
schön "raucht".
Ich vermute, wenn sich die Überhitzerschlange zu sehr vor dem Flammrohr
befindet, wird der Dampf so heiß, dass kaum oder gar keine Dampfentwicklung
über dem Kamin zu sehen ist.
Der Gasvorrat hält in der Regel länger als das Wasser. Deshalb: Machen Sie es sich zur Gewohnheit, wenn die Lokomotive stehen bleibt, sofort die Gaszufuhr abzudrehen, um ein Durchbrennen des (wahrscheinlich) leeren Kessels zu vermeiden.
Wenn Sie dann ihre "FRIEDA" mit der zweiten Kesselfüllung auf das Gleis setzen, sollten - sauberes Arbeiten vorausgesetzt - ungefähr 20 Minuten Fahrzeit möglich sein.
Meine Maschine lief mit einem Zug aus drei Wagen auf dem sich in leichtem Gefälle aufgebauten Testoval (aus R1 = 60 cm und 8 Geraden G1 = je 30 cm) bei ständigem Nachregeln der Dampfzufuhr von vorn herein exakt 22 Minuten.
Diese Laufleistung wird auch im praktischen Anlagenbetrieb problemlos erreicht!
FRIEDA im Einsatz auf der Anlage Meliset |
Trotz einiger widriger Umstände hat mir der Bau der "FRIEDA" sehr viel Spaß gemacht, und die Lokomotive ist allen Interessenten und auch jedem Einsteiger zu empfehlen. Zudem ist das Preis-Leistungs-Verhältnis für mein Verständnis sehr günstig.
Gerade dann, wenn die Bausatzmontage einmal nicht so reibungslos verlief,
zeigte sich die vorbildliche Geschäfts-Philosophie von Herrn Regner:
Nach spätestens 48 Stunden (manchmal auch schon am nächsten
Tag - je nachdem, wann ich mein Fax abgeschickt oder mit Herrn Regner
persönlich telefoniert hatte) lagen reklamierte oder fehlende Teile
kostenfrei im Briefkasten!
Diese Kundennähe und der mustergültige Service sind nach
meinen Erfahrungen im Vergleich mit den Mitbewerbern (da habe ich auch schon
andere Erfahrungen gemacht) im Live-Steam Marktsegment einmalig.
Mit etwas Geduld und manchmal auch einer gehörigen Portion Nachdenkens bin ich zu einer sehr gut und vorbildgerecht langsam laufenden, schön anzusehenden kleinen Live-Steam Lok gekommen, angesichts deren Laufkultur und Zugkraft so mancher Besucher des 3. Echtdampfhallentreffens im Januar 1999 in Sinsheim staunend stehen geblieben ist.
Der Bausatz ist bei sorgfältiger und bedächtiger Vorgehensweise meiner Meinung nach von jedem Bastler zu bewältigen, zumal bei Problemen Herr Regner jederzeit mit seinem Rat weiterhilft.
Verbesserungswürdig sind in meinen Augen lediglich zwei Bereiche des Bausatzes:
Die Lackierung der Maschine dürfte haltbarer sein, besonders sollte sie auf dem Metall besser haften. Es kann schon mal passieren, dass beim Ausblasen mit Druckluft Lack flächig "vom Winde verweht" wird. Allerdings kann man solche Stellen relativ leicht nachbessern, und Herr Regner gibt für diesen Zweck auch schon mal kostenlos ein Döschen Lack ab, man muss halt diesbezüglich mit ihm reden.
Die Montageanleitung ist besonders für den Anfänger nicht
ganz optimal, da sie eigentlich für das Vorgängermodell, die "Emma",
konzipiert ist. Die auf der zweiten (!) Seite 0 gezeigten Unterschiede zwischen
der "FRIEDA" und der "EMMA" sind nicht ganz vollständig. Hier
die nicht aufgeführten Unterschiede:
Der Text über die Kesselmontage auf Seite 6 der Bauanleitung trifft
nicht zu, man kann ihn getrost überlesen.
Auf Seite 8 sind die Abbildung 29 und der Text zur Brennermontage nicht ganz zutreffend (s.o.), denn der Brenner ist konstruktiv geändert worden.
Aber - wenn ich die Lokomotive im ersten Versuch erfolgreich zum Laufen gebracht habe, warum sollten Sie das nicht auch fertigbringen?
Zum Schluß möchte ich mich bei all denen bedanken, die sich in hilfreichen Gesprächen mit mir ausgetauscht und mich so auf manch' gute Idee beim Bau der "FRIEDA" gebracht haben!
Alle Hinweise und Angaben unter Ausschluss jeglicher Haftung!
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