FRIEDA
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| Meine "FRIEDA" war zum Jahreswechsel 1998/99 fertig geworden. Im ersten Betriebsjahr kam es zu einigen Störungen, von deren Lösung ich hier berichten will. Die folgenden Ausführungen beziehen sich ausschließlich auf mein Modell, sie sind aber vielleicht auch auf Schwester-Modelle oder anderen Maschinen aus dem Hause Regner übertragbar.
Alle Hinweise und Angaben unter Ausschluss jeglicher Haftung! Zündschwierigkeiten & Brennerprobleme
Meine "FRIEDA" lief zwar tadellos, neigte aber schon von Anfang an
immer mal wieder zu schlechter Zündung, was nach einem Umbau des Gastanks
immer massiver wurde. Das Herumprobieren, um den richtigen "Brennort" zu finden, gefiel mir immer weniger und brachte vor allem keinen Erfolg. Eine unkomplizierte Lösung des Problems musste gefunden werden!
Die folgenden Maßnahmen wurden von mir der Reihe nach ausprobiert: 1. Edelstahl-Gaze im Brennerrohr Ein Stück Edelstahl-Gaze wird über einem geeigneten Rundstab o.ä. in eine runde, in den Schlitzbrenner passende Form gebogen und in den Brenner eingelegt. Mit diesem Trick soll der Luftanteil im Gas-Luft-Gemisch erhöht und somit eine vollständige Verbrennung erreicht werden. Das Prinzip entspricht dem eines Perlators am Wasserhahn und erscheint physikalisch logisch.
Ergebnis bei meiner Lok: 2. Aufweiten des Luftlochs am Brennerrohr Die Überlegung, dass Luftmangel herrscht, legte es nahe, die Luftöffnung am Brenner oben und unten um einige Zehntel-Millimeter zu vergrößern, damit der "Gasstrahl" mehr Sauerstoff in den Brenner mitreißt. Mit einer Reibahle o.ä. kann man dies leicht bewerkstelligen.
Ergebnis bei meiner Lok: 3. Verkürzung des Brennerrohrs an der offenen (!) Seite
Um den "Brennort" zu verändern, konnte ich zwar die Düse samt
Düsenstock aus dem Brennerrohr beliebig (ohne allerdings eine Verbesserung
zu erreichen) herausziehen, aber vielleicht musste die Düse tiefer im
Rohr stecken?
Ergebnis bei meiner Lok: 4. Viel zusätzliche Luft durch eine kleine Bohrung
Die endgültige Erleuchtung brachte mir ein Blick in den Brenner unserer
Zentralheizung: Rings um den "Brennort" genügend Raum und viel, viel
Luft!
Den Raum um den Brenner kann man nicht vergrößern - aber die
Luftzufuhr verbessern.
Ergebnis bei meiner Lok: Inzwischen habe ich an meinem Brenner zwei Falschluftbohrungen von je 2 mm Durchmesser eingebracht und erprobe eine Modifikation, die aus dem Schlitzbrenner einen Lochbrenner mit extrem vielen, sehr feinen Löchern macht. Wenn die weiteren Versuche in diesem Bereich zufriedenstellend verlaufen, werde ich zu gegebener Zeit davon berichten.
Unerklärlicher LeistungsverlustIm Frühjahr 1999 war meine "FRIEDA" Gast auf der steigungsreichen Anlage von Manfred Meliset. Ich war selbst überrascht, wie die kleine Lok auch recht schwere Züge (siehe Bild) über die langen Rampen zog.
Im Laufe des Jahres nahm jedoch die Zugkraft langsam aber stetig ab,
zunächst brachte ich dieses Phänomen mit den oben beschriebenen
Brenner-Problemen in Verbindung. Ich hätte "FRIEDA" zur Strafe und aus Frust am liebsten nicht zum 4. Echtdampf Hallentreffen nach Sinsheim mitgenommen. Am Abend vor Sinsheim - ich schimpfte mal wieder kräftig mit ihr, als ich sie dennoch für das große Ereignis gründlich reinigte - fiel mein Blick auch auf den Gabelkopf am linken Arbeitskolben. Irgendwie war da etwas anders, als ich es vom Zusammenbau her in Erinnerung hatte.
Beim Vergleich mit der rechten Seite fiel es mir wie Schuppen von den Augen,
zumal mein Modellbahnfreund
Karlheinz Mattern mir
einige Tage zuvor vom gleichen Problem bei einer seiner Maschinen berichtet
hatte:
Knapp 60 Sekunden später war der Fehler behoben, die Beziehungskrise zwischen "FRIEDA" und mir fand am nächsten Tag in Sinsheim ihr rühmliches Ende, als sie vor dem staunenden Publikum einen schweren Kieszug auf die Rampenstrecke der Podestanlage zog, in der Steigung anhielt, wieder anfuhr, und schließlich ihre Last locker über die Rampe bugsierte.
Kleinigkeiten
Irgendwann einmal war die Leistung der Maschine relativ schlagartig weg,
die Umsteuerung funktionierte nicht mehr und das Fahrwerk klemmte:
Fazit:Die zweite Jahreshälfte 1999 hat mich an der "FRIEDA" manchmal fast verzweifeln lassen. Dennoch kann ich nach wie vor jedem Interessenten raten, sie zu bauen.
Ich bin trotz der aufgetretenen Schwierigkeiten froh, dass ich sie habe,
denn sie lässt mich immer wieder Neues lernen und Erfahrungen
dazugewinnen. Zum Schluß möchte ich mich bei all denen bedanken, die sich in manch' interessantem Gespräch mit mir ausgetauscht und mich so auf die ein oder andere gute Idee gebracht haben! Alle Hinweise und Angaben unter Ausschluss jeglicher Haftung!
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© M. Detzner, Speyer, 2000 |
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